Sie sind hier: Tourismus

Mühlen-Stein-Park zu Wolgast

Ein lohnendes Ziel für Urlauber, Besucher und Gäste der Stadt Wolgast ist der kleine 'Mühlen-Stein-Park' in der Dr.-Theodor-Neubauer-Straße vor der Kaufhalle Netto.

Von den Bewohnern der Dr.-Theodor- Neubauer-Straße 36 bis 45 wurde vor 30 Jahren ein kleiner Park von Eichen, Birken, Pappeln, Kiefern und Buchen gepflanzt.

Unter diesen Bäumen befindet sich eine interessante urgeschichtliche Sammlung von steinzeitlichen Mühlen, Trogmühlen, Reibplatten, Quernen und alten Mühlensteinen der Neuzeit. Das Gelände des Parkes ist Eigentum der Wolgaster Wohnungswirtschfts GmbH.

Dieses archäologische Fundgut, geborgenes Kulturgut unserer vorpommerschen Heimat, liegt schon jahrelang sicher deponiert auf dem geschützten Platz und ist doch für jeden erreichbar. All diese kulturhistorischen bedeutsamen Steine gilt  es zu bewahren und für künftige Generationen zu erhalten.

Bei Flurbegehungen im Raum Wolgast und Usedom wurden diese Bodenfunde  von bekannten und neuentdeckten Fundplätzen geborgen und ins Freilicht-Museum zu Wolgast gebracht.

Viele Steinansammlungen an Wegrändern, Söllen und Waldrainen zeigen Spuren unserer Vorfahren. Durch Steinschläger und die Großraumtechnik ist schon viel frühgeschichtliches Kulturgut,
unwiederbringliches historisches Erbe achtlos zerstört worden.

Bewahren wir das Erhaltene!

In mühevoller Kleinarbeit und mit Unterstützung von Bürgern aus Wolgast, Hohendorf, Buddenhagen, Latzow, Sauzin, Ziemitz, Mahlzow, Hohensee, Waschow, Zemitz, Karrin, Krummin, Konerow, Schalense, Pritzier, Netzeband, Kühlenhagen, Lodmannshagen, Neuboltenhagen, Katzow, Jägerhof, Nonnendorf und Zecherin wurde eine Fundsicherung, eine Rettung der Zeugen unserer Vergangenheit, vorgenommen.

Dieser Mühlenpark ist ein Stützpunkt der Bodendenkmalpflege des Landesmuseums Vorpommern zu Stralsund in Wolgast.

Außer den ur- und frühgeschichtlichen Funden liegt im 'Mühlen-Stein-Park' Eruptivgestein (magmatisches Gestein) - entstanden aus glutheißer Schmelze. Sedimentgestein (Ablagerungsgestein) - entstanden aus Verwitterung und Erosion. Metamorphes Gestein (Umwandlungsgestein) - entstanden aus Sedimenten und Eruptiva durch hohe Temperaturen und Druck. Im  'Mühlen-Stein-Park' liegen auch Fossilien von Korallen, Schwämmen, Mollusken, Muscheln, Ammoniten, Belemniten, Seeigel, Trilobiten, Sternberger Kuchen, Nautiloden. Viele tausende von Jahren war und ist der Stein, das Hauptwerkzeug des Menschen, unser ständiger Begleiter. Aus Stein wurden die bedeutendsten Bauwerke errichtet.

Eine weitere Attraktion, die kleine  Bockwindmühle, der Nachbau der Mühle in Pudagla im Maßstab 1:5 in  Wolgast am Nettoparkplatz. Das hölzerne Mühlenhaus ist drehbar auf einem Bock mit offenem Fuß gelagert.  Das in den Wind drehen des  Mühlenhauses wird durch den Stert bewerkstelligt.  Bei dieser Mühle wurde nur das Mühlendach geschlossen.  Alle Innereien, wie Flügelwelle mit aufgekeiltem Kammrad sind in  Funktion zu sehen. Das Mühlenhaus wurde nicht verkleidet.

Zu den Besonderheiten im 'Mühlen-Stein-Park' gehören die Kultsteine.
Der Sandstein auf dem Bild, ein von vielen Schälchen übersäter Stein. Zahlreiche Vermutungen, Deutungen, Erklärungen der Verwendung sind bekannt.

Stetige Zusammenarbeit zwischen dem
Mühlensteinpark Wolgast und der 'Alten Mühle Mann' Hohendorf


Die jahrelange gemeinsame Arbeit, d.h. die aufwendige Stein- und Fossiliensuche, verbindet die Alte Mühle 'Mann' Hohendorf und den Mühlensteinpark Wolgast. Diese Zusammenarbeit soll auch weiterhin gepflegt werden. Viele gleiche Interessen führten beispielsweise dazu, dass die zerstörte Bockwindmühle nach Hohendorf transportiert wurde und derzeit repariert wird.


Die Zweigstelle des Mühlensteinparkes befindet sich in Hohendorf an der Alten Mühle auf dem Anwesen des Herrn Habeck. Auf diesem Gelände befinden sich über 30 Trogmühlen, verschiedenste Bruchstücke von Reibplatten und zahlreiche Fossilien. Weitere besondere Fundstücke: ein Molar (Mahlzahn) vom Mammut, das Teilstück eines Stoßzahnes, sowie ein Haifischwirbel, alles aus dem Hohendorfer Bereich. Zu Erwähnen ist, dass eine bessere Markierung der Trogmühlen und der Reibplatten vorgenommen wurde. Während des Ferienspektakels war vorgesehen, dass die Kinder die Gemarkungsfundorte in die Oberseite von Mauersteinen einritzen. In die Unterseite sollten die Kinder ihren Namen eingravieren. Diese Mauersteine wurden dann in den Rasen eingelassen. Das Mähen des Rasens ist trotzdem möglich.

I.
Auf grund von archäologischen Ausgrabungen, Berichten und Zeichnungen hat sich
im Laufe der Jahre; durch Nachbau und Kopien eine kleine globale Sammlung von antiken Gegenständen der Getreidevermahlung angesammelt.

Originale und Kopien
- eine Rapspresse
- eine columbianische Getreideschüssel mit Mörser
- eine chinesische Rollenmühle 221 v. d. Zeitrechnung
- eine chinesische Reibplatte von 1400 n. d. Zeitrechnung, die auch in Südamerika verwandt wurde
- eine slawische Getreidestampfe mit reichhaltigen Verzierungselementen aus dem polnischen Raum
- eine slawische Getreidestampfe aus Groß Raden
- eine Getreidestampfe aus Kambodscha
- sowie weitere afrikanische Getreidestampfen die heute noch gebraucht werden
- eine Hirsestampfe Groß Raden
- eine griechisch römische Stampfe
- ein Handgöpel Europa
- Mahlstein aus Bodenstein und Läuferstein von Basel (Friedrich Schlette, Kelten)
- eine südamerikanische Mühle (Manos) Handstein und Metaten Mahltafel
- eine australische doppelte Reibplatte (mit zwei Mulden) der Aborigines

Außerdem wurde ein Grubenofen zur Erzreduktion aus Lehm errichtet mit Schlackerresten und Ofensau

II.
Des weiteren wurden nach Literaturhinweisen und Bildnissen Kleie-Kotzer und Mühlengötzen nachgebaut, die in alten Mühlen vor dem Austritt des Getreidegutes angebracht waren.
Also aus dem Maul so eines Kleie- Kotzers floss das Getreide (Mehl) oder Kleie.

Es sind schon schreckliche Gesichter die Angst und Schrecken verbreiteten unter den Mäusen und Ratten, den Feinden des Getreides.

Abschließend kann behauptet werden, im Mühlen-Stein- Park Wolgast kommt eine globale Mühlen Sammlung unserer Geschichte zum Einsatz, die während der Ferienspiele und in Kirchen und Kindergärten genutzt wurden.

Zur 750 Jahr Feier werden alle diese Gegenstände der Historie, also von der Stoß- zur Schiebe- zur Schwenk- zur Drehmühle, in Hohendorf und Wolgaster Mühlenstein Park ausgestellt.

Während des Ferienspektakels haben die Kinder die Gemarkungsfundorte in die Oberseite von Mauersteinen eingeritzt und ihren Namen in die Unterseite.
Diese Mauersteine wurden dann in den Rasen, den Boden eingelassen. Das Mähen des Rasens ist trotzdem möglich.

Auf dem Bild sind fünf Reiber zu erkennen. Alle dienen dem gleichen Zweck, jedoch die Größe (Zentimeter) lässt nur folgenden Schluss zu.
Drei der Reiber können nur mit beiden Händen erfasst und damit dann zum Reibevorgang genutzt worden sein. Also hierdurch ersichtlich der Dreikanter, der Rundflachreiber sowie der große Reiber sind Zweihandreiber. Gleichzeitig ist erkennbar, dass der Dreikanter und der Rundflachreiber meistens nur für Reibplatten nutzbar gewesen sind.
Die Verletzungsgefahr der Hände in den Trogmühlen verhinderte wohl den Einsatz.
Der Dreikanter sowie der Flachrundreiber haben die Reibplatten geformt.

Bei Flurbegehungen wurden auch Grenzsteine aus der Wolgaster Umgebung gefunden. Zeitlich sind sie schlecht einzuordnen, von ganz alten bis zu neuzeitlichen Grenzsteinen.
Wir wissen, dass die Schweden die exakte Landvermessung in den schwedisch -vorpommerschen Raum gebracht haben. Nachweise davon sind schwedische  Matrikelkarten, Flurkarten, Urkunden und Grundbücher.
Über Steinhauer, die Vermessung, Märker, Markscheider, Feldgeschworene und Steinsetzer gibt es interessante Details zu erfahren. Bei einer Besichtigung wird über diese Einzelheiten berichtet.

Nach oben